Verdient drei Punkte entführt – Späte Treffer entscheiden Nachbarschaftsduell

Es war ein Spiel, wie es das Fußballherz liebt – ein Derby voller Leidenschaft, vergebener Großchancen, Aluminiumtreffer und Emotionen bis zur letzten Sekunde. Die SGM Fischbach/Schnetzenhausen behielt am Ende die Nerven und bezwang den VfB Friedrichshafen II nach einer turbulenten Schlussphase mit 3:1. Ein Sieg, der nicht nur verdient, sondern auch hart erarbeitet war. Kreisliga-Fußball mit allem, was dazugehört: Hektik, Hektoliter Schweiß und ein bis zur Weißglut strapaziertes Trainerherz.
Vom Anpfiff weg zeigte die SGM, dass sie heute nicht zum Kaffeekränzchen angereist war. Bereits in der 7. Minute prüfte Radtke die Stabilität des Pfostens – Ergebnis: stabil. Mayer versuchte sich gleich doppelt (15./19.), doch mal war es die Latte, mal die Chancenverwertung, die das 0:0 festzurrten. Aluminium ist halt kein Freund – es ist ein Charaktertest. So ging es mit 0:0 in die Pause.
Traumstart in Hälfte zwei: Keine Minute war im zweiten Durchgang gespielt, da zeigte Ex-VfB-Kicker Simone Ercolani, dass er die Fußballschule am See nicht umsonst durchlaufen hatte. Mit feiner Technik und einem Abschluss so abgeklärt wie ein Steuerberater im Februar, netzte er zum 0:1 ein (46.). Es folgte der berüchtigte ‚Wenn du sie vorne nicht machst…‘-Moment: Plötzlich war der VfB am Drücker. Richter scheiterte in der 69. Minute an Torhüter Speth und in der 81. musste Pfister in höchster Not auf der Linie retten, nachdem Speth bereits geschlagen war. Dann kam die Szene, auf die niemand gewartet hatte: Al Khater traf zum 1:1. Die Friedrichshafener Bank stand, die SGM-Bank fluchte und das Publikum bestellte noch ein Bier für die Schlussminuten. Denn dann kam die Bisleruck-Show mit Bonusmaterial. In der 85. Minute noch alleine vor dem VfB-Keeper gescheitert, machte er in der 91. Minute alles besser. Bisleruck netzte zur umjubelten 2:1-Führung ein, riss sich das Trikot vom Leib, wurde mit Gelb bestraft, aber mit Applaus belohnt. Gelb für zu viel Emotion? Egal. Derbytor +1. Doch damit war der Wahnsinn noch nicht vorbei: In der 94. Minute kombinierte sich der frisch aus dem Jugendkader importiert Timmy Moore, mit mehr Frische als das Pausenwasser, mit Mayer per doppeltem Doppelpass durch die VfB-Hintermannschaft und legte mustergültig quer auf Bisleruck, der mit einem trockenen Abschluss zum 3:1 vollendete. Das Spiel war gelaufen, die Nerven endgültig zerlegt.
Fazit: Derby. Drama. Drei Punkte.
Nach 97 Minuten war der Drops gelutscht. Die SGM entführte verdient die Punkte, konnte sich aber vor allem über eine kämpferische und leidenschaftliche Leistung freuen, die das Prädikat „kreisligatauglich“ in der besten Bedeutung des Wortes verdient.











